Gabis Schicksal

Gabi wird 1937 in Marktoberdorf geboren und getauft. Ihre Mutter Lotte gibt sie gleich in die Obhut liebevoller Pflegeeltern. Gabi ist bald wie ein eigenes Kind für das Bauernpaar. Die beiden werden Mama und Papa für Gabi. 

Lotte ist ihre Mutti, die sie besuchen kommt so oft sie kann. Gabi wächst in ländlicher Idylle auf und findet Spielkameraden unter den Nachbarskindern. Und dann sind da noch Hofhund Frischle, viele Katzen und ihre große Leidenschaft – die Hühner.

Das kleine Mädchen erlebt eine unbeschwerte Kindheit auf dem Einödhof. Vom Dritten Reich und seinen grotesken Rassenlehren weiß Gabi nichts. Ihre Mutter Lotte ist eine getaufte Jüdin. Mit Hilfe von Kardinal Faulhaber versucht sie, Gabi und sich selbst ins Ausland zu retten. Auch Gabi gilt den Machthabern als Jüdin. 1943 muss Gabi ihre Heimat verlassen und wird in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Rassistische Ideologie, staatlich geschürter Hass auf Juden und gnadenlose Verfolgung durch Gesetze, Verordnungen und Erlasse, umgesetzt durch Helfer und Mitwisser, besiegeln Gabis Schicksal.

Was es in der Ausstellung zu sehen und zu erleben gibt

Die Ausstellung gibt Einblick in das kurze Leben von Gabriele Schwarz und die Hintergründe ihres frühen Todes. 

Fotos zeigen die Entwicklung von Gabi vom Säugling bis zum angehenden Schulkind, das Leben auf dem Bauernhof ihrer Pflegeeltern sowie die Besuche ihrer Mutter und ihrer Großmutter.

Auch Spiel- und Anziehsachen, die Gabi einmal gehört haben, sind zu sehen. Doch es gibt auch den Blick hinter die schönen Bilder. So werden die Bemühungen ihrer Mutter um Rettung ins Ausland ebenso dokumentiert wie die Versuche des Dorflehrers und des Pflegevaters in München, Gabi zurückzuholen. Gabis Abgabe, die kurze Zeit im Judenlager, die Deportation und ihr Tod in Auschwitz werden in einer Hörstation erzählt. Die letzte Station ist dem Gedenken gewidmet. In einer Videostation erzählen Zeitzeugen von Gabi und was die Erinnerung an das Kind für sie bedeutet.

Die Ausstellung will auch anderen NS-Verfolgungsgeschichten aus der jeweiligen Region Raum geben. Menschen, die von solchen Geschichten wissen, wird Gelegenheit gegeben, dieses Wissen zu teilen.

Digitale Ausstellung

Jeden Sonntag gibt es einen „Post von Gabi“: jeweils einen kurzen Videoclip zu Themen der Ausstellung.

Alle Clips wurden von Autor und Filmemacher Leo Hiemer produziert und werden auf dem youtube-Kanal Geliebte Gabi veröffentlicht: https://www.youtube.com/channel/UCPARCN92ZJ-h0ai-287Fc9Q

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Zwei Zeitzeugenfilme mit Resi Baumann geb. Aichele

In der Ausstellung können Interviews mit Zeitzeugen auf einer Video-Station aufgerufen werden. Zwei Filme können Sie hier direkt über die untenstehenden Links ansehen. Sie sind Ausschnitte aus einem lebensgeschichtlichen Zeitzeugeninterview mit Resi Baumann, das Leo Hiemer 2012 im Auftrag des Hauses der Bayerischen Geschichte gedreht hat. Resi Baumann ist die jüngste Tochter von Gabis Pflegefamilie Aichele. Sie wurde 1937, als Gabi mit drei Wochen auf den Hof kam, gerade 16 Jahre. Heute ist sie 99 Jahre alt und lebt in einem Alten- und Pflegeheim in Isny.

Zwei Filme:
https://www.hdbg.eu/zeitzeugen/detail/juedisches-leben/resi-baumann/645
Resi Baumann erzählt wie Gabi auf den Hof kam.

https://www.hdbg.eu/zeitzeugen/detail/juedisches-leben/resi-baumann/648
Resi Baumann erzählt wie Gabi abgegeben werden musste.

Wir danken dem Haus der Bayerischen Geschichte für die Zurverfügungstellung der Ausschnitte.

Das Begleit-programm

Führung mit Leo Hiemer
Leo Hiemer führt durch die Ausstellung und beantwortet Fragen.

Film mit Filmgespräch
„Leni …muss fort“, Spielfilm von Leo Hiemer aus dem Jahr 1994. Vorführung des Films im örtlichen Kino mit Filmgespräch.

Lesung von Leo Hiemer
Leo Hiemer liest aus seinem Buch „Gabi (1937-1943). Geboren im Allgäu. Ermordet in Auschwitz“, Berlin 2019. In seinem Buch legt Leo Hiemer das Ergebnis seiner umfassenden Forschungen zum Fall Gabriele Schwarz vor. In der Lesung erzählt er anhand von Fotos und Dokumenten von ihrem Schicksal und liest einige Kapitel aus seinem Buch.

Erinnerungscafé
In einem Gesprächsforum wollen wir örtlichen Verfolgungsgeschichten aus der NS-Zeit Raum geben. Zeitzeugen und Experten sollen hier Gelegenheit haben, ihr Wissen vorzutragen und ihre Anliegen vorzubringen.

Führungen für Schulklassen
Kuratorin Regina Gropper M.A. bietet jeweils freitagvormittags spezielle Führungen für Schulklassen an.
Anmeldung unter rg@geliebtegabi.de

Kuratorin Regina Gropper M.A.
bietet jeweils freitagvormittags 
spezielle Führungen für Schulklassen an.

Anmeldung unter rg@geliebtegabi.de

Geliebte Gabi

EIN MäDCHEN AUS DEM ALLGäU – ERMORDET IN AUSCHWITZ

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Digitale Ausstellung

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